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Masterplan Zukunftsgeneration Sachsen-Anhalt: Land und Bundesagentur für Arbeit wollen im Schulterschluss Jugendarbeitslosigkeit zurückdrängen

Sachsen-Anhalts Landesregierung und die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit bündeln ihre Kräfte, um Jugendarbeitslosigkeit zurückzudrängen und mehr Fachkräfte zu gewinnen. Mit dem „Masterplan Zukunftsgeneration Sachsen-Anhalt“ wird bis 2030 eine konzertierte Aktion gestartet, um den Übergang von Schule in Ausbildung und Beschäftigung besser gelingen zu lassen und die Potenziale junger Menschen vollständig zu nutzen. Ziel des Masterplans ist es, den Zugang zu Ausbildung zu erleichtern, die Arbeitsmarktintegration insbesondere benachteiligter junger Menschen zu stärken, Nachqualifizierungen auszubauen sowie eine umfassende Aktivierungs-​ und Vermittlungsoffensive umzusetzen.

Hintergrund des Masterplans ist die anhaltend hohe Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss. Trotz steigenden Fachkräftebedarfs ist die Zahl arbeitsloser Menschen unter 25 Jahren in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Im Mai 2026 waren 8,8 Prozent der 15- bis 25-​Jährigen arbeitslos. Rund 80 Prozent dieser Jugendlichen verfügen über keinen anerkannten Berufsabschluss.

Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne: „Die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit gehört ganz oben auf die politische Agenda. Hinter der Statistik zur Jugendarbeitslosigkeit stehen verpasste Chancen für junge Menschen und ungenutzte Potenziale für unsere Wirtschaft. Wir wollen jungen Menschen den Weg in Ausbildung und Beruf ebnen. Im gemeinsamen Schulterschluss wollen Land, Arbeitsagentur und Jobcenter allen ausbildungsfähigen Menschen echte Perspektiven geben. Kein junger Mensch darf verloren gehen.“ Zugleich betonte sie, dass Sachsen-​Anhalt weiterhin einen hohen Ausbildungsanteil aufweist: 42,6 Prozent der jungen Menschen haben im Jahr 2025 nach der Sekundarstufe I eine duale oder schulische Ausbildung begonnen (bundesweit: 35,9 Prozent).

Bildungsminister Jan Riedel: „Unser Ziel ist es, jeden jungen Menschen bestmöglich auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vorzubereiten. Dafür stärken wir die Praxisorientierung an unseren Schulen, entwickeln die berufliche Orientierung weiter und sorgen für noch engere Kooperationen mit Wirtschaft, Arbeitsmarktakteuren und Jugendhilfe. Entscheidend ist, dass wir früh ansetzen und individuelle Potenziale erkennen und fördern. Kein Talent darf verloren gehen. Bildung ist der Schlüssel für Fachkräftesicherung – und sie beginnt mit erfolgreichen, verlässlichen Bildungswegen für alle Jugendlichen.“

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Agentur für Arbeit: „Die Fachkräftesicherung gehört zu den drängendsten arbeitsmarktpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre in Sachsen-Anhalt. Der demografische Wandel und der steigende Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften verschärfen die Situation spürbar. Umso wichtiger ist es, junge Menschen frühzeitig beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung zu unterstützen. Der Masterplan Zukunftsgeneration schafft hierfür einen gemeinsamen strategischen Rahmen. Er bündelt bestehende Instrumente der Bundesagentur für Arbeit, des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Arbeitsmarktakteure und richtet den Blick konsequent auf die Potenziale junger Menschen im Alter bis 35 Jahre – insbesondere auf diejenigen ohne Schul- oder Berufsabschluss, mit besonderen Unterstützungsbedarfen oder mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, ihre Chancen auf Qualifizierung und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt bis 2030 deutlich zu verbessern.“

Mit dem Masterplan verfolgen Land, Arbeitsagentur und Jobcenter gemeinsam das Ziel, die Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 auf unter 4 Prozent zu senken. Zugleich soll der Anteil junger Menschen bis 34 Jahre mit einem Berufsabschluss erhöht werden, damit diese den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in das Berufsleben schaffen.

Der Masterplan setzt auf vier zentrale Handlungsfelder:

  • Sicherung des Schulerfolgs und bessere Übergänge in Ausbildung
  • Förderung von benachteiligten Jugendlichen
  • Ausbau von Nachqualifizierungen
  • gemeinsame Aktivierungs- und Vermittlungsoffensive

Geplant ist eine stärkere Praxisorientierung an Schulen, die Modernisierung der beruflichen Orientierung, zusätzliche Angebote zum Nachholen von Schulabschlüssen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Wirtschaft, Jugendhilfe und Arbeitsmarktakteuren.

Ziel ist, alle Potenziale für den Arbeitsmarkt zu erschließen. Dafür soll ein besonderes Augenmerk auf Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, etwa jungen Menschen mit Migrationsgeschichte oder sozialen Problemlagen, gelegt werden. Sprachförderung, sozialpädagogische Begleitung und aufsuchende Beratung sollen ihre Chancen auf Ausbildung und Beschäftigung verbessern.

Masterplan Zukunftsgeneration Sachsen-Anhalt