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Landesprogramm Queer bündelt Maßnahmen für Schutz, Teilhabe und Akzeptanz

Sachsen-Anhalt erhält erstmals ein eigenständiges Landesprogramm Queer. Mit dem in der Kabinettssitzung beschlossenen Programm wird erstmals ein ressortübergreifend abgestimmter Handlungsrahmen für die Queerpolitik des Landes geschaffen. Ziel des Programms ist es, die Teilhabe queerer Menschen zu stärken sowie Diskriminierung und Gewalt entgegenzuwirken. Dafür wurden ressortübergreifend 24 Maßnahmenpakete mit 63 Einzelmaßnahmen in den Handlungsfeldern Gewaltprävention, Bildung, Gesundheit, Pflege sowie Gleichstellung in der Arbeitswelt vereinbart. Schwerpunkte des Programms liegen insbesondere auf dem Ausbau und der besseren Erreichbarkeit von Beratungs- und Unterstützungsangeboten – auch im ländlichen Raum –, der Weiterentwicklung von Präventions- und Schutzstrukturen, der Stärkung von Teilhabe und Sichtbarkeit sowie einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft. Das Landesprogramm wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess gemeinsam mit Vereinen, Initiativen, Verbänden, Fachkräften und den beteiligten Ressorts erarbeitet.

Sozialministerin Petra Grimm-Benne erklärte zum Auftakt des weltweit im Juni begangenen Pride Month: „Die Achtung der Menschenwürde und der Schutz vor Diskriminierung stehen in Sachsen-Anhalt nicht zur Disposition. Mit dem Landesprogramm Queer setzen wir ein deutliches Zeichen für Sicherheit und ein respektvolles Zusammenleben. Die zunehmenden Anfeindungen und Störungen von CSD‘s zeigen, wie wichtig ein Schulterschluss gegen Hass und Ausgrenzung ist. Die queere Community ist ein selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.“

Die Zahl queerfeindlicher Straftaten steigt bundesweit. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2.048 entsprechende Straftaten registriert – mehr als fünf pro Tag. In Sachsen-Anhalt wurden 50 Straftaten im Themenfeld geschlechtsbezogene Diversität erfasst sowie 77 Straftaten im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung erfasst. Grimm-Benne betonte: „Die Zunahme queerfeindlicher Straftaten ist alarmierend. Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Anfeindungen, Hass oder Gewalt erfahren. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, Prävention zu stärken, Betroffene zu schützen und queerfeindlicher Gewalt entschlossen entgegenzutreten.“

Sachsen-Anhalt hat bereits in den vergangenen Jahren wichtige Schritte zur Förderung von Akzeptanz und Gleichstellung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität unternommen. Dazu zählen landesweite Bildungsangebote, die Förderung queerer Vereine sowie Sensibilisierungsmaßnahmen in Verwaltung und im Bereich der Gesundheitsversorgung. An diese Arbeit knüpft das Landesprogramm Queer an. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem der Ausbau eines queersensiblen Opferschutzes, die Stärkung von Kompetenzen im Gesundheitswesen im Umgang mit queeren Menschen, die stärkere Berücksichtigung queerer Perspektiven in bestehenden Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, Fortbildungsangebote für Jobcenter sowie die Weiterentwicklung und langfristige Absicherung der Landeskoordinierungsstellen LSBTIQ*. Darüber hinaus sollen bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote weiterentwickelt, Schutzkonzepte insbesondere für öffentliche Veranstaltungen gestärkt und die Zivilgesellschaft besser unterstützt werden.

Das Landesprogramm finden Sie unter: https://lsaurl.de/QueerLSA