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Schulterschluss im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Die Jugendarbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist zuletzt deutlich gestiegen: Im Februar 2026 waren rund 10 Prozent der 15- bis 25-Jährigen arbeitslos.

Das waren 1,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat. Vor diesem Hintergrund intensivieren das Land Sachsen-Anhalt und die Bundesagentur für Arbeit ihre Zusammenarbeit, um jungen Menschen bessere Perspektiven zu eröffnen.

Unter dem Titel „Masterplan Zukunftsgeneration Sachsen-Anhalt“ erarbeiten Bundesagentur und Land derzeit eine konzertierte Aktion, die in den kommenden Wochen vorgestellt wird und perspektivisch bis 2030 wirken soll. Ziel des Masterplans ist es, den Zugang zu Ausbildung zu erleichtern, die Arbeitsmarktintegration insbesondere benachteiligter junger Menschen zu stärken, Nachqualifizierungen auszubauen sowie eine umfassende Aktivierungs- und Vermittlungsoffensive zu starten.

Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne sagte: „Hinter der Statistik zur Jugendarbeitslosigkeit stehen verpasste Chancen und ungenutzte Potenziale. Die steigenden Zahlen betreffen nicht nur die einzelnen jungen Menschen, sondern auch Unternehmen, die händeringend Nachwuchskräfte suchen. Wir wollen jungen Menschen den Weg in Ausbildung und Beruf ebnen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen Halt, Orientierung und echte Perspektiven zu geben. Kein junger Mensch darf verloren gehen.“ Zugleich betonte sie, dass Sachsen-Anhalt weiterhin einen hohen Ausbildungsanteil aufweist: 42,8 Prozent der jungen Menschen haben nach der Sekundarstufe I eine duale oder schulische Ausbildung begonnen (bundesweit: 37,6 Prozent). „Sachsen-Anhalt soll das Land der Ausbildung bleiben. Mit dem Berufsorientierungsprogramm BRAFO, an dem jährlich rund 11.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen, und einem gut abgestimmten Übergang zwischen Schule und Beruf unterstützt das Land die jungen Menschen auf ihrem Weg in eine qualifizierte Ausbildung“, so die Ministerin.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, betont: „Die Fachkräftesicherung gehört zu den drängendsten arbeitsmarktpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre in Sachsen-Anhalt. Der demografische Wandel und der steigende Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften verschärfen die Situation spürbar. Umso wichtiger ist es, junge Menschen frühzeitig beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung zu unterstützen. Der Masterplan Zukunftsgeneration schafft hierfür einen gemeinsamen strategischen Rahmen. Er bündelt bestehende Instrumente von Bundesagentur für Arbeit, Ländern und Partnern und richtet den Blick konsequent auf die Potenziale junger Menschen – insbesondere auf diejenigen ohne Schul- oder Berufsabschluss, mit besonderen Unterstützungsbedarfen oder mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, ihre Chancen auf Qualifizierung und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt bis 2030 deutlich zu verbessern.“

Mit dem Förderprogramm REGIO AKTIV setzt das Arbeitsministerium zudem auf eine regionalisierte Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsförderung, die auch Menschen mit schwierigeren Startbedingungen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt. Seit dem Start im Jahr 2022 konnten rund 170 Projekte umgesetzt werden.

Ausgewählte Förderschwerpunkte von REGIO AKTIV:

  • Familienintegrationscoaches: Sie unterstützen Jugendliche und ihre Eltern dabei, den Weg (zurück) in Ausbildung und Arbeit zu finden – etwa durch das Nachholen eines Schulabschlusses, die Aufnahme einer Ausbildung oder einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.
  • Jugendhilfeberatung: Jugendhilfeberaterinnen und -berater in den Jugendberufsagenturen unterstützen junge Menschen beim Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf. Sie erkennen früh individuelle Unterstützungsbedarfe, begleiten die Jugendlichen als Lotsen durch die Hilfesysteme und stärken die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure.
  • Ausbildungsmanagement an berufsbildenden Schulen: Ausbildungsmanager sind zentrale Schnittstellen zwischen der berufsbildenden Schule, Auszubildenden bzw. Schülerinnen und Schüler in der Berufsvorbereitung, Betrieben und Unterstützungsangeboten. Sie helfen bei bürokratischen Hürden, organisieren Nachhilfe und vermitteln z. B. Sprachkurse.
  • STABIL: Das Programm unterstützt förderbedürftige junge Menschen dabei, ihre Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit durch praktische Arbeit in Werkstätten zu stärken, um sie in weiterführende Maßnahmen, Ausbildung oder Arbeit zu integrieren. Zielgruppe sind insbesondere arbeitslose junge Menschen ohne Berufsabschluss, die von bestehenden Angeboten nicht oder nicht mehr erreicht werden.
  • Kompetenzagenturen: Sie richten sich an junge Menschen, die den Anschluss an reguläre Hilfesysteme verloren haben. Die Begleitung erfolgt niedrigschwellig und aufsuchend – auch in ländlichen Regionen –, um den Zugang zu Beratung und Unterstützung wiederherzustellen.