In diesem Jahr werden 83 Förderschulen und Landesbildungszentren ihren Schülerinnen und Schülern den Zugang zu BRAFO ermöglichen. Dafür wurden die entsprechenden Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet. Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne sagt: „Das ist ein gutes Signal, denn ein inklusiver Arbeitsmarkt beginnt mit inklusiver Berufsorientierung. Dabei dürfen wir niemanden zurücklassen.“ Ziel sei es, mehr Jugendlichen mit Förderbedarf den Schritt ins Berufsleben zu ebnen.
Eine inklusivere Berufsorientierung legt den Grundstein dafür, individuelle Potentiale besser zu erkennen und zu fördern. BRAFO hilft Förderschülerinnen und Förderschülern, einen Berufswunsch zu entwickeln. Gleichzeitig eröffnet es Unternehmen angesichts des Arbeitskräftemangels in verschiedenen Branchen die Chance, zukünftige Beschäftigte zu gewinnen. Dafür wurden zentrale Arbeitsmaterialien in Leichte Sprache übertragen und die Zusammenarbeit zwischen Integrationsfachdiensten und den BRAFO-Bildungsträgern gezielt ausgebaut.
Bildungsminister Jan Riedel betont: „Dass immer mehr Förderschulen BRAFO nutzen wollen, ist ein wichtiges Signal für echte Teilhabe an beruflicher Orientierung. Jede Schülerin und jeder Schüler sollen die Chance haben, eigene Stärken zu entdecken und realistische berufliche Wege kennenzulernen. BRAFO bietet dafür individuell abgestimmte Unterstützung – praxisnah, zuverlässig und in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben im Land. So erleichtern wir jungen Menschen mit Förderbedarf den Einstieg ins Berufsleben und stärken zugleich den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt.“
Ines Brückner, die Standortleiterin des BRAFO Bildungsträgers Europäisches Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft (EBG) in Magdeburg, erklärt: „Die Zusammenarbeit mit Förderschulen ist grundsätzlich deutlich individueller als die mit Regelschulen. Die Absprachen sind intensiver und gehen weit über die inhaltliche Planung hinaus. Beispielsweise werden Anfahrt, Betreuung und das passende Aufgabenlevel organisiert. So entsteht eine sehr enge Kooperation mit den Schulleitungen und Lehrkräften.“
Die Projektkoordinatorin Katharina Herling ergänzt: „Wir stellen uns auf jede neue Gruppe von Schülerinnen und Schülern individuell ein. Aufgaben werden kontinuierlich an das jeweilige Leistungsniveau und den Unterstützungsbedarf angepasst.“
Zusätzlich und aufbauend auf den Angeboten der Bildungsträger gibt es eine bedarfsgerechte Unterstützung durch die Integrationsfachdienste des Landes. In der Berufsschulstufe der Förderschulen werden individuelle Praktika in Unternehmen organisiert. Zum Ende der Schulzeit wird der weitere Weg ins Berufsleben abgestimmt.
BRAFO unterstützt jährlich rund 11.000 Jugendliche der Klassenstufen 7 bis 9 bei ihrer Beruflichen Orientierung. Das Programm bietet Einblicke in über zwölf Lebenswelten, darunter Handwerk, Technik, IT und Kreativwirtschaft. Über 2.000 Betriebe und Unternehmen im Land unterstützen BRAFO durch Praktikumsplätze und Betriebserkundungen. Mehr als 25 BRAFO-Träger gewährleisten eine individuelle Begleitung, darunter Interessen- und Kompetenzerkundungen und Werkstatttage.
Hintergrund
Das Landesberufsorientierungsprogramm BRAFO „Berufswahl Richtig Angehen und Frühzeitig Orientieren“ wird aus Mitteln der Europäischen Union des Landes Sachsen-Anhalt, aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Arbeitsministerium und das Bildungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt sowie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-Thüringen begleiten das Landesberufsorientierungsprogramm BRAFO qualitativ. Unterstützt werden sie dabei von der BRAFO-Netzwerkstelle. Sie wird vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) umgesetzt.
Mehr Informationen gibt es unter www.brafo.sachsen-anhalt.de

