Mit eindeutigen Symbolen, großformatigen Bildern und kurzen Begriffen sowie einer Beschilderung in Profil- und Brailleschrift wird die Orientierung im gesamten Gelände verbessert. „Der Magdeburger Zoo wird inklusiver. Bisher konnten blinde oder sehbehinderte Menschen die Schilder weder an den Wegen noch an den Tiergehegen wahrnehmen. Das soll jetzt anders werden. Auch für Besucherinnen und Besucher mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, kognitiven Beeinträchtigungen oder fehlenden Sprachkenntnissen wird der Zoo attraktiver“, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne bei der heutigen Übergabe des Fördermittelbescheids in Höhe von rund 31.700 Euro.
Die Förderung für dieses und das kommende Jahr erfolgt im Rahmen der Richtlinie zur Umsetzung des Landesaktionsplanes „einfach machen – Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft“. Für das Wegeleitsystem werden 20 großformatige Holzpfeiler mit weithin sichtbaren Tiersilhouetten aus langlebigem Cortenstahl installiert. Dazu kommen Schilder mit einer Pfeilkennzeichnung auf einem zentralen Rundweg. Ergänzend dazu werden künftig 85 Metallschilder mit Brailleschrift über die Tierarten informieren. Die Entwicklung des Wegeleitsystems wurde in enger Zusammenarbeit mit Experten für Barrierefreiheit, Verbänden für Menschen mit Behinderungen sowie weiteren Akteuren durchgeführt.
Zoodirektor David Pruß, Ph.D.: „Inklusion und Barrierefreiheit sind für uns keine bloßen Zusätze, sondern ein integraler Bestandteil meiner Vision, den Zoo für alle gleichberechtigt zugänglich zu machen. Das inklusive Wegeleitsystem fördert die soziale Teilhabe, Selbstständigkeit und Sicherheit von Menschen mit Behinderungen oder von Menschen, welche Probleme mit Schrift haben und unterstützt ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander. Gleichzeitig wird die Aufenthaltsqualität für alle Besuchergruppen gesteigert und die Attraktivität des Zoos als öffentlich zugänglicher Bildungs- und Erholungsort erhöht.“
Hintergrund:
Mit dem Landesaktionsplan Sachsen-Anhalt „einfach machen – Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft“ hatte sich Sachsen-Anhalt 2013 ein umfassendes behindertenpolitisches Programm gegeben, um die gesetzlich verankerte UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Die Richtlinie zur Umsetzung des Landesaktionsplans in Sachsen-Anhalt fördert Projekte zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben (maximal 50.000 Euro/Projekt). Gefördert werden Selbststärkung, Sensibilisierung, Teilhabe und Barrierefreiheit, wobei Anträge beim Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit zu stellen sind.

