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343.000 Euro für AWO-Fachberatungsstelle „Lichtung“ gegen sexualisierte Gewalt

Sachsen-Anhalts Gleichstellungsministerin Petra Grimm-Benne hat heute in Sangerhausen einen Förderbescheid in Höhe von 343.000 Euro an die Fachberatungsstelle „Lichtung“ überreicht.

Die Einrichtung in Trägerschaft der AWO Halle-Merseburg unterstützt Betroffene von sexualisierter Gewalt sowie Angehörige und Fachkräfte in Halle (Saale), im Saalekreis, im Burgenlandkreis und im Landkreis Mansfeld-Südharz. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym. Dank der landesseitigen Förderung von Dolmetscherkosten können auch Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sowie Personen mit Unterstützungsbedarf – etwa durch Übersetzung in Leichte Sprache oder Gebärdensprache – bedarfsgerecht beraten werden.

Ministerin Grimm-Benne sagte bei der Übergabe am seit April 2025 bestehenden Standort in Sangerhausen: „Mehr als jede dritte Frau in Deutschland hat im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren. Das zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Unser Ziel ist klar: Jede Betroffene – ob im ländlichen Raum oder in der Stadt – soll Zugang zu qualifizierter Unterstützung haben. Die Beratungsstelle ‚Lichtung‘ ist ein zentraler Bestandteil des regionalen Hilfesystems und für viele Frauen eine wichtige Stütze auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben. Diese engagierte Arbeit verdient Anerkennung und verlässliche Förderung.“

Im Jahr 2025 führten die Fachkräfte der „Lichtung“ insgesamt 3031 Beratungsgespräche mit Betroffenen sexualisierter Gewalt, Angehörigen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Darüber hinaus leistet die Fachberatungsstelle mit Präventionsveranstaltungen und intensiver Vernetzungsarbeit einen wichtigen Beitrag, um über sexualisierte und häusliche Gewalt aufzuklären und Hilfsangebote sichtbar zu machen.

Hintergrund:

Sachsen-Anhalt verfügt über ein flächendeckendes Netz von Schutz- und Hilfsangeboten für von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder, das stetig bedarfsgerecht ausgebaut wirdn. Der Kernbereich dieses Systems umfasst derzeit 19 Frauenschutzhäuser mit elf ambulanten Frauenberatungsstellen. Ein mobiles Team aus Psychologinnen ergänzt die Betreuung von Frauen und Kindern in den Frauenschutzhäusern landesweit von zwei Standorten aus. Weitere Unterstützung bieten die vier Fachberatungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt mit guter räumlicher Abdeckung durch insgesamt sechs Außenstellen, vier Interventionsstellen mit zwei Außenstellen, die Fachstelle VERA gegen Frauenhandel, Zwangsheirat und ehrbezogene Gewalt und die Fachstelle Täterarbeit bei häuslicher Gewalt ProMann. Die Landeskoordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention (LIKO)verknüpft diese Angebote und bündelt landesweit Fortbildungs- und Vernetzungsangebote. Alle Hilfsangebote finden sich auf www.gewaltfreies-sachsen-anhalt.de 

Weitere Information zur Beratungsstelle finden Sie hier ...