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Ministerin Petra Grimm-Benne zum Start der CSD-Saison: „Queere Community gehört unverrückbar zu Sachsen-Anhalt“

Am Samstag, dem 25. April, startet mit dem Christopher Street Day (CSD) in Schönebeck unter dem Motto „Wählt Vielfalt!“ die diesjährige CSD-Saison, die landesweit ein sichtbares Zeichen für Akzeptanz, Respekt und Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen setzt.

Mit insgesamt 13 Straßenfesten im ganzen Land wird in diesem Jahr ein neuer Rekord an Veranstaltungen erwartet. Ein besonderes Zeichen setzt in diesem Jahr der erstmals stattfindende Dyke*March, der die Sichtbarkeit lesbischer Lebensrealitäten in den Mittelpunkt stellt. Die Landesgleichstellungsbeauftragte hat hierfür die Schirmherrschaft übernommen. Damit wird ein wichtiges gleichstellungspolitisches Anliegen unterstrichen: Auch innerhalb der queeren Community bedarf es einer gezielten Stärkung von Sichtbarkeit und Teilhabe.

Gleichstellungsministerin Petra Grimm-Benne wirbt für mehr gelebte Vielfalt: „Der Christopher Street Day ist weit mehr als ein Fest der Lebensfreude – er ist Ausdruck von Sichtbarkeit und demokratischem Engagement. CSDs stehen für das Recht, frei und sicher zu leben und zu lieben – und sie erinnern uns daran, dass Gleichstellung keine Selbstverständlichkeit ist. Die queere Community gehört unverrückbar zu Sachsen-Anhalt.“

Bundesweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.048 queerfeindliche Straftaten registriert – das entspricht mehr als fünf Angriffen pro Tag. Besonders stark gestiegen ist die Gewalt gegen trans*, inter* und nicht-binäre Personen (+35 Prozent gegenüber 2024). Zudem wurden von den 245 geplanten CSD-Veranstaltungen mindestens 110 gestört. Ministerin Grimm-Benne: „Die Zunahme an queerfeindlichen Straftaten ist erschreckend. Wir alle sind gefordert, klar und entschlossen Position gegen Homo- und Trans*feindlichkeit zu beziehen. Wir müssen sicherstellen, dass diejenigen geschützt werden, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Anfeindungen, Hass oder sogar Gewalt erleben. Der Einsatz für die Rechte queerer Menschen bleibt eine gesamtgesellschaftliche und staatliche Aufgabe. Es ist unsere Verantwortung Schutzräume zu sichern, Prävention zu stärken und konsequent gegen queerfeindliche Gewalt vorzugehen.“ Vor diesem Hintergrund stehe der CSD auch für Mut und Entschlossenheit, sich für die Rechte der LSBTIQ-Community einzusetzen. „Vielfalt öffentlich sichtbar machen und Hass zurückdrängen – dafür setzen wir uns nicht nur am Christopher Street Day ein!“, so die Ministerin.

Im geplanten Landesprogramm „Queer in Sachsen-Anhalt“ schafft das Land einen verbindlichen Rahmen für Prävention, Schutz und Teilhabe. Ziel ist es, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln, Schutzkonzepte insbesondere für öffentliche Veranstaltungen zu stärken und die Handlungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Akteure nachhaltig abzusichern. Darüber hinaus sollen Präventionsarbeit und Beratungsangebote weiter ausgebaut werden. Ministerin Grimm-Benne will das Programm im Mai in das Kabinett einbringen.

Die Entstehungsgeschichte des CSD geht auf den 28. Juni 1969 zurück. Als die New Yorker Polizei in den Morgenstunden die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street räumen wollte, widersetzten sich Lesben, Schwule und Trans*personen erstmalig der Polizeiwillkür und -gewalt. Es kam zu tagelangen Unruhen. In Erinnerung an diese Ereignisse werden seither weltweit Pride- oder Christopher-Street-Paraden veranstaltet. In Sachsen-Anhalt wurde der erste CSD im Jahr 1996 durchgeführt. Damals noch als CSD Sachsen-Anhalt bezeichnet, wechselte die austragende Stadt jährlich zwischen Halle, Dessau und Magdeburg. In den letzten Jahren ist die Zahl der austragenden Städte sowie die Zahl der Teilnehmenden stetig gewachsen. Heute ist die CSD-Saison ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements für Vielfalt und Demokratie im Land.

Die Termine im Überblick:

  • CSD Schönebeck: 25.04.2026
  • CSD Dessau-Roßlau: 02.05.2026
  • CSD Wernigerode: 30.05.2026
  • OvGU Pride in Magdeburg: 11.06.2026
  • CSD Merseburg: 13.06.2026
  • CSD Wittenberg: 20.06.2026
  • CSD Sangerhausen: 27.06.2026
  • CSD Köthen: 11.07.2026
  • CSD Naumburg: 01.08.2026
  • Dyke*March: 08.08.2026
  • CSD Magdeburg: 22.08.2026
  • CSD Halle: 12.09.2026
  • CSD Stendal: 26.09.2026