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FAQ`s zu ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten und stationären Pflegeeinrichtungen zur Versorgung der pflegebedürftigen Menschen

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko für schwere Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen werden somit durch das Virus vor besondere Herausforderungen gestellt. Die nachfolgenden Hinweise sollen dabei helfen, Antworten auf die vielen Fragen zu finden, die sich nun in der täglichen Arbeit und Pflege stellen. Auch wenn es schon oft gesagt wurde, muss aber auch an dieser Stelle betont werden: es handelt sich um ein neuartiges Virus, über das die Wissenschaftler jeden Tag mehr erfahren. Hinweise, Ratschläge und Empfehlungen zum Umgang mit dem Virus können sich daher auch schon kurzfristig wieder ändern. Die über die im Text genannten Quellen erhältlichen Informationen werden daher regelmäßig aktualisiert und sind in der jeweils aktuellen Form auf den Internetseiten der genannten Institutionen abrufbar.

Wo erhalte ich als Pflegeeinrichtung / ambulanter Pflege- und Betreuungsdienst verlässliche Informationen zur Prävention und zum Umgang bei einem Corona-Ausbruch in meiner Einrichtung?

Wo erhalte ich verlässliche Vordrucke und Merkblätter zur Information meines Personals, der Pflegebedürftigen und von Besuchern?

Vordrucke und Merkblätter mit Information zum Infektionsschutz erhalten Sie bei folgenden Institutionen:

Entsprechende Vordrucke und Merkblätter sind auch über die Verbände der Einrichtungs-träger zu erhalten, beispielhaft:

Einen Aushangvordruck zur Information von Besuchern und Mitarbeitern finden Sie hier ... 

Wo finde ich Merkblätter für einen betrieblichen Pandemieplan?

In der „bpa-Arbeitshilfe zum Umgang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2)“ werden kurz und prägnant die wichtigsten Punkte für den betrieblichen Pandemieplan genannt:

  • Festlegung der Zusammensetzung eines verantwortlichen Gremiums
  • Festlegung des Personalmanagements im Pandemiefall
  • Organisation des Schutzes für die Mitarbeiter/innen
  • Schulung des Personals bezüglich des Vorgehens bei einer Pandemie
  • Organisation der medizinischen/ pflegerischen Versorgung
  • Organisation des Umgangs mit erkrankten Heimbewohner/innen
  • Sicherung der jährlichen (regulären) Influenza-Schutzimpfung, ggf. Impfung mit Pandemie-Impfstoff.

Weitergehende Informationen enthalten die folgenden Quellen:

Checklisten zur betrieblichen Pandemieplanung gibt es im „Handbuch Betriebliche Pandemieplanung“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe oder im Nationalen Pandemieplan des Robert-Koch-Institutes

Den Rahmen-Pandemieplan für Sachsen-Anhalt finden Sie hier ...

Muss ich einen betrieblichen Pandemieplan erstellen?

Bestimmte Einrichtungsarten wie Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen sind verpflichtet, im Ernstfall eigene (betriebliche) Pandemiepläne vorzuhalten; die relevanten Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention nach § 23 Absatz 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind dabei Grundlage.

Wie kann ich meine nicht erkrankten Bewohner/innen bzw. Kunden/innen vor einer Ansteckung schützen?

Klären Sie Ihre Bewohner/innen bzw. Kunden/innen über die notwendigen Maßnahmen auf:

  • Einhalten der Händehygiene: Regelmäßiges und ausreichend langes Hände-waschen (mindestens 20 Sekunden unter laufendem Wasser mit Seife).
  • Hände vom Gesicht fernhalten (Schleimhäute in Mund und Nase sowie Augen)
  • Einhalten der Husten- und Niesregeln: richtiges Husten und Niesen in ein Einwegtaschentuch oder in die Armbeuge
  • Abstand von Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber halten; Körperkontakt, wie Bsp. Händeschütteln generell unterlassen
  • Im Allgemeinen sollten jegliche Kontakte auf das Notwendigste reduziert werden, dass gilt auch für Besuche. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie als Einrichtung konkrete Regeln aufstellen, wie z. B.
    - keine Besuche
    - keine Besuche durch Personen mit respiratorischen Symptomen
    - Anzahl der Personen beschränken
    - Besuche nur in Bereichen in denen Abstand eingehalten werden kann

Wie kann ich meine Beschäftigten vor einer Ansteckung bei der Pflege von COVID-Patienten schützen?

  • Geschultes Personal, das für die Versorgung bereits infizierter Bewohner eingesetzt wird, ist möglichst von der Versorgung anderer Bewohner freizustellen.
  • Die Anzahl der Kontaktpersonen ist zu definieren und zu begrenzen.
  • Verwendung der persönlicher Schutzausrüstung adaptiert an die RKI-Hygieneempfehlungen

Die Empfehlungen zu organisatorischen Maßnahmen zum Arbeitsschutz im Zusammenhang mit dem Auftreten von SARS-CoV-2, sowie zum ressourcenschonenden Einsatz von Schutzausrüstung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin werden derzeit überarbeitet.

 

 

Was mache ich, wenn bei einem/r Beschäftigten der Verdacht besteht, dass er/sie sich angesteckt haben könnte oder er/sie sich tatsächlich bereits angesteckt hat?

Erkrankte bzw. krankheitsverdächtige Mitarbeiter/innen oder Personen die persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollen sich un-verzüglich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, eine/n Arzt/Ärztin kontaktieren oder die Telefonnummer 116117 anrufen. Das zuständige Gesundheitsamt finden Sie hier...

Informationen darüber, ob sich medizinisches Personal in Quarantäne begeben sollte, erhalten Sie hier ... 

Generell sollten Sie die Husten- und Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten.

Was mache ich, wenn bei einem/r Bewohner/in der Verdacht besteht, dass er/sie sich angesteckt haben könnte oder er/sie sich tatsächlich bereits angesteckt hat?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt dazu, generell die gleichen Prinzipien wie bei der Prävention bzw. beim Ausbruchsmanagement anderer Atemwegserkrankungen in stationären Pflegeeinrichtungen zur Anwendung zu bringen, also unter anderem:

  • Beim Auftreten von Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sollte eine Abklärung auf SARS-CoV-2 durchgeführt werden und der Leiter der Einrichtung informiert werden.
  • Hinweise für Besucher/innen (z. B. Aushang) anbringen, dass sie die Einrichtung nicht aufsuchen sollen, wenn sie eine akute Atemwegserkrankung haben.
  • Erkrankte Bewohner/innen mit Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sollten im Zimmer versorgt werden.
  • Hände-Desinfektionsmittel und Einmaltaschentücher sollten in allen Bereichen, auch den Wohnbereichen der Bewohner/innen, bereitgestellt werden.
  • Schutzausrüstung und Hinweise zu deren Benutzung sollten unmittelbar vor den Wohnbereichen platziert werden.
  • Mülleimer zur Entsorgung von Einmalartikeln sollten im Innenbereich vor der Tür auf-gestellt werden.
  • Beobachtung des Gesundheitszustandes des Personals.

Aktualisierungen finden Sie hier ... 

Sind zusätzliche Maßnahmen bei der Pflege notwendig, z. B. vorsorgliches Fiebermessen?

Die Pflege umfasst bereits regelmäßig die sorgfältige Beobachtung des Gesundheitszu-standes der Bewohner/innen und die Abklärung eventueller Erkrankungen. Orientierend kann hier auch der Pandemieplan Teil I zu Hilfe gezogen werden. Wie bei jedem vermehrten Auftreten von Infektionskrankheiten in der Bevölkerung sollte natürlich jetzt das Augenmerk besonders auch auf die Symptomatik der COVID 19 Erkrankung gelegt werden.

Welche besonderen Hygienemaßnahmen muss ich bei der Versorgung eines Corona- Erkrankten oder eines Verdachtsfalls beachten?

Zunächst sind die Basis-Hygienestandards (insbesondere Händehygiene) entsprechend dem aktuellen Stand der medizinischen und pflegerischen Erkenntnisse streng einzuhalten.

Für die Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von Patienten/innen mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 hat das RKI Empfehlungen erstellt. Danach sollten grundsätzlich bereits bei begründetem Verdacht auf eine übertragbare Erkrankung geeignete Präventions- und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden, um die Verbreitung des Erregers zu verhindern. Zusätzlich zur Basishygiene empfiehlt das RKI u.a. folgende weitere Maßnahmen:

  • Unterbringung des Patienten/innen in einem Einzelzimmer möglichst mit eigener Nasszelle, ggf. Kohortenisolierung, in Pflegeeinrichtungen zunächst die Versorgung des/r Patienten/in im Zimmer
  • Verwendung einer persönlichen Schutzausrüstung entsprechend der Empfehlungen unter 

Schon bei Tätigkeiten mit Verdachtsfällen einer SARS-CoV-2-Infektion sind neben den RKI- Empfehlungen nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus Arbeitsschutzsicht insbesondere folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Der/Die Patient/in sollte bei der Versorgung einen Mund-Nasen-Schutz tragen, falls es der Gesundheitszustand zulässt.
  • Die Zahl der involvierten Beschäftigten ist auf ein Mindestmaß zu beschränken.
  • Den Beschäftigten sind neben ausreichend Kitteln, Handschuhen, einer Schutzbrille, partikelfiltrierende Halbmasken mindestens der Klasse FFP2 (insbesondere für Tätigkeiten an Patienten, die stark husten oder zum Husten provoziert werden oder die keinen MNS tragen können) in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen. Auf das korrekte Tragen und Ablegen der Schutzkleidung ist zu achten.
  • Bereichsbezogene Zutrittsbeschränkungen für Personal und Besucher/innen sind festzulegen.

Eine Gefährdungsbeurteilung muss im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.

Weitere Informationen unter:

Welche besonderen Maßnahmen sind bei Demenzerkrankten zu ergreifen, die die Hygienemaßnahmen (Husten- und Nießetikette) nicht verstehen?

Sollte der/die Patient/in keinen Mund-Nasen-Schutz anlegen können oder möchten, empfiehlt es sich bei patientennahen Tätigkeiten, dass das Personal zu seinem eigenen Schutz eine FFP2-Maske trägt.

Woher bekomme ich genügend Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel?

Für die tägliche Arbeit ist eine sachgerechte Ausstattung notwendig. Daher hat sich das Bun-desministerium für Gesundheit (BMG) in das Verfahren zur Beschaffung von Schutzausrüstung eingebracht. Eine erste Auslieferung von Schutzausrüstung an die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Länder ist bereits erfolgt, weitere Lieferungen insbesondere der drin-gend benötigten Schutzmasken folgen in mehreren Tranchen.Pflegeeinrichtungen sollten jedoch auch weiterhin selbst Schutzausrüstung beschaffen und ihre üblichen Lieferanten bitten, sie zu informieren, sobald die benötigte Schutzausrüstung wieder lieferbar ist. Der Versand an Pflegeeinrichtungen erfolgt nicht direkt durch das BMG. Das BMG organisiert die Verteilung der bundesweit beschafften Schutzausrüstungen an die Länder und an die Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen verteilen auf Landesebene an die ambulant versorgenden Ärzte; die Länder an alle anderen Bereiche (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, etc.). Mögliche Bedarfe der Pflegeeinrichtungen sind an die zuständigen Gesundheitsämter zu richten, welche in Sachsen-Anhalt die Verteilung der Schutzausrüstung vornehmen.

Kann man sich auch über Berührung mit Stuhl oder Urin anstecken?

Grundsätzlich gilt hierfür die Umsetzung der Basishygiene und Händehygiene. Das RKI schreibt zu Übertragungswegen: Eine Übertragung durch Schmierinfektion / Infektion durch kontaminierte Oberflächen ist prinzipiell nicht ausgeschlossen. Welche Rolle sie spielt, ist nicht bekannt.Es wurden bei COVID-19-Patienten/innen PCR-positive Stuhlproben identifiziert. Für eine Ansteckung über Stuhl müssen Viren vermehrungsfähig sein, dies konnte bisher nicht gezeigt werden.

Was muss ich beachten, wenn ein/e infektionsverdächtige/r, infizierte/r oder er-krankte/r Pflegebedürftige/r verstorben ist?

Nach § 28 Infektionsschutzgesetz (IfSG) muss die zuständige Behörde für den Fall, dass ein/e Verstorbene/r krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider/in war, die notwendigen Schutzmaßnahmen treffen, insbesondere die in den §§ 29 bis 31 IfSG genannten, soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist.

Zum Bestattungswesen in Sachsen-Anhalt finden Sie Hinweise und Empfehlungen zum Umgang mit COVID-19-Leichen.

Insbesondere sind die RKI-Empfehlungen zum Umgang mit COVID-19 Verstorbenen zu beachten, die weiterführende Hinweise zu Schutzvorkehrungen enthalten-

Was muss ich bei der Entsorgung von Abfall / Schutzausrüstung beachten?

Die Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, erfolgt nach folgenden Abfallschlüsseln (ASN):

  • Aus Haushalten immer Restabfall ASN 20 03 01
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die nur „in sporadischen Einzelfällen“ entsprechend infizierte/ erkrankte Patienten/innen behandeln, z. B. Hausarztpraxen, ASN 18 01 04; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die entsprechend infizierte/ erkrankte Patienten/innen „schwerpunktmäßig behandeln“, z. B. Isolierstationen der Krankenhäuser, ASN 18 01 03*; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18

Weiterführende und aktualisierte Informationen finden Sie hier ... 

Was muss ich bei Krankenhausentlassungen oder -einweisungen oder Arztbesuchen von Pflegebedürftigen beachten?

Zur Minderung der Gefahr einer Ansteckung ist es insbesondere wichtig, persönliche Kon-takte auf ein Minimum zu reduzieren. Deshalb sollten auch Arztbesuche nur dann erfolgen, wenn sie medizinisch dringend erforderlich sind.

Bei Krankenhausentlassungen oder -einweisungen ist der Infektionsstatus anzugeben, um entsprechende Schutzvorkehrungen umsetzen zu können.

Wie wird die Versorgung der Pflegebedürftigen sichergestellt, wenn ich diese nicht mehr aufgrund von Personalausfall gewährleisten kann? Muss ich Pflegeplätze schließen / Kunden/innen absagen, wenn Personal wegen Erkrankung oder Qua-rantäne ausfällt?

Durch das am 25. März 2020 vom Bundestag beschlossene „Gesetz zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen (COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz)“ werden alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen verpflichtet, bei einer wesentlichen Beeinträchtigung ihrer Leistungsfähigkeit diese umgehend gegenüber den Pflegekassen anzuzeigen. Diese müssen zusammen mit den betreffenden Pflegeeinrichtungen prüfen, welche Maßnahmen und Lösungen zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung vor Ort erforderlich sind. Dies hat in Abstimmung mit heimrechtlichen Aufsichtsbehörden und Gesundheitsämtern zu erfolgen. Dabei sind unbürokratische Lösungen zu finden.

Pflege- und Betreuungspersonal soll kurzfristig in unterschiedlichen Versorgungsbereichen eingesetzt werden können (z. B. aus Tagespflegeeinrichtungen im Bedarfsfall in der ambulanten Versorgung). Dabei kann insbesondere von den gesetzlichen und vertraglichen Vor-gaben und Rahmenbedingungen zur Personalausstattung abgewichen werden. Die Pflegekassen führen bei Unterschreitungen der vereinbarten Personalausstattung keine Vergütungskürzungsverfahren durch.

Den Pflegekassen wird zudem ein weiter Gestaltungsspielraum zur Vermeidung von pflegerischen Versorgungslücken in der häuslichen Versorgung eingeräumt. Sie können nach ihrem Ermessen zur Vermeidung von im Einzelfall im häuslichen Bereich verursachten pflegerischen Versorgungsengpässen den Pflegebedürftigen Kostenerstattung in Höhe der ambulanten Sachleistungsbeträge gewähren.

Diese Regelungen gelten grundsätzlich bis einschließlich 30. September 2020, sie können durch Rechtsverordnung insgesamt oder einzeln um jeweils bis zu einem halben Jahr, gegebenenfalls mehrfach, verlängert werden.

Wer ist für Quarantäne- oder andere behördliche Anordnungen zum Schutz der Pflegebedürftigen zuständig?

Zuständig sind die örtlichen Gesundheitsämter.

Erhalte ich als Pflegeeinrichtung / ambulanter Pflege- und Betreuungsdienst finan-zielle Entschädigungen für zusätzlichen Aufwand im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie? Kann eine Pflegeeinrichtung unbürokratisch eine zusätzliche Vergütung von den Kosten

Pflegeeinrichtungen erhalten durch die Pandemie bedingte Mehrausgaben oder Minderein-nahmen über die Pflegeversicherung erstattet. Dazu zählen etwa Ausgaben für infektions-hygienische Schutzvorkehrungen der Mitarbeitenden (Einmalmaterial, Desinfektionsmittel) oder zusätzliche Aufwendungen für Ersatzpersonal oder Mehrarbeitsstunden bei krankheits- oder quarantänebedingten Ausfällen. Ebenso können Einrichtungen von pandemiebedingten Mindereinnahmen betroffen sein, wenn z. B. Tagespflege- oder Kurzzeitpflegegäste ihre Aufenthalte dauerhaft absagen oder Kunden ambulanter Pflege- und Betreuungsdienste ihre Leistungsinanspruchnahme reduzieren. Der Ausgleich daraus entstehender Mindereinnahmen soll dazu beitragen, dass die pflegerische Versorgung auch künftig sichergestellt werden kann.

Die konkreten Regelungen zum Verfahren der Erstattung von Mehrausgaben bzw. Aus-gleich von Mindereinnahmen – die Kostenerstattungs-Festlegungen – werden zeitnah auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbands veröffentlicht.

Zur Deckung von kurzfristigem Liquiditätsbedarf hat die Bundesregierung unbegrenzt Kreditmöglichkeiten und Bürgschaften zur Verfügung gestellt. Zudem können für Unternehmen Steuerzahlungen gestundet, Vorauszahlungen angepasst und Vollstreckungsmaßnahmen aus- gesetzt werden. Nähere Informationen zu diesen Förderinstrumenten finden Sie hier ...

Wie ist die Lohnfortzahlung geregelt, wenn Beschäftigte wegen einer Erkrankung oder der Anordnung von Quarantäne zuhause bleiben?

Ist ein/e Beschäftigte/r durch die Infektion mit dem Corona-Virus arbeitsunfähig erkrankt, erhält er/sie nach den üblichen Regelungen Entgeltfortzahlung. Eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantänemaßnahme ändert daran nichts. Tarifvertragliche Vereinbarungen können jedoch abweichende Regelungen enthalten für Fälle, in denen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer/in den Arbeitsausfall zu vertreten haben.

Ist der/die Beschäftigte nicht akut erkrankt, sondern wegen des Verdachts auf eine mögliche Infektion vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt worden, ist er/sie nicht arbeitsunfähig und weiterhin zur Arbeit verpflichtet. Erbringt er/sie seine/ihre Arbeit von zu Hause, erhält er/sie unverändert sein/ihr Gehalt vom Arbeitgeber. Ist dem/r Beschäftigten ein mobiles Arbeiten in Quarantäne nicht möglich, so erhält er/sie gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz eine Entschädigung in Höhe des Netto-Arbeitsentgelts für die ersten 6 Wo-chen. Die Entschädigung zahlt der Arbeitgeber aus, bekommt sie jedoch auf Antrag von der zuständigen Landesbehörde erstattet. Ab der 7. Quarantäne-Woche zahlt die zuständige Landesbehörde eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes direkt an den/die Arbeit-nehmer/in. Quarantäne-Zeiten werden nicht mit dem Jahresurlaub verrechnet. Erkrankte fallen nicht unter diese Entschädigungsregelung, weil sie bereits Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie Krankengeld erhalten.

Weitere Fragen und Antworten zu arbeitsrechtlichen Themen wie Kurzarbeit und Entgelt-fortzahlung finden Sie hier ...

Kann eine Pflegeeinrichtung oder ein ambulanter Betreuungsdienst bei Arbeitsaus-fällen wegen des Coronavirus Kurzarbeitergeld bekommen?

Lieferengpässe, die im Zusammenhang mit dem Corona-Virus entstehen, oder behördliche Betriebsschließungen mit der Folge, dass Betriebe ihre Produktion oder Dienstleistungen einschränken oder einstellen müssen, können zu einem Anspruch auf Kurzarbeitergeld für die vom Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten führen. Die Bundesregierung hat mit einem Gesetz zur Erleichterung der Kurzarbeit sichergestellt, dass auch Pflegeeinrichtungen oder ambulante Betreuungsdienste bei pandemiebedingten Arbeitsausfällen keine Beschäftigten entlassen müssen. Betriebe, die Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen die Kurzarbeit zuvor bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen. Es reicht aus, wenn 10 % der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit die Einrichtung Kurz-arbeit beantragen kann. Sozialversicherungsbeiträge werden bei Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet. Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in Zeitarbeit möglich. Diese Erleichterungen können rückwirkend zum 1. März 2020 ausgezahlt werden. Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergelds vorliegen, prüft die zuständige Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Nähere Informationen zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes sind auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit unter folgendem Link zu finden Sie hier ...

Weitere Fragen und Antworten zu arbeitsrechtlichen Themen wie Kurzarbeit und Entgeltfortzahlung finden Sie hier ... 

Wann gibt es einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2?

Es wird an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet. Bisher ist aber keine Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2 verfügbar.

Weitere Informationen finden Sie hier ... 

Muss ich meine Pflegeeinrichtung täglich desinfizieren?

Hierzu siehe die KRINKO-Empfehlung „Infektionshygiene in Heimen“ sowie „Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen“.

In stationären Pflegeeinrichtungen und im klinischen Bereich empfiehlt das RKI zusätzlich zur Reinigung eine tägliche Wischdesinfektion der patientennahen (Handkontakt-) Flächen (z.B. Nachttisch, Nassbereich, Türgriffe) mit einem Flächendesinfektionsmittel. Bei Bedarf sind die Desinfektionsmaßnahmen auf weitere kontaminationsgefährdete bzw. kontaminierte Flächen auszudehnen.

Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit (Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" gegen behüllte Viren) anzuwenden. Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Sind Bewohner/innen nach Behandlung im Krankenhaus wieder von der Pflegeeinrichtung aufzunehmen

Eine rechtliche Grundlage, die Rücknahme von Bewohnern/innen in die Pflegeeinrichtung gegenüber dem Krankenhaus zu verweigern bzw. von der Durchführung eines Negativabstrichs auf den Coronavirus abhängig zu machen, solange keine Indikation für diesen Virus vorliegt, besteht nicht.Vielmehr sind die Krankenhäuser in der aktuellen Situation dringend auf die Kooperation mit den Pflegeeinrichtungen angewiesen, um die erforderlichen Kapazitäten für die Behandlung schwer erkrankter Personen zu schaffen.

Darf die Pflegeeinrichtung weiterhin neue Heimbewohner zur Versorgung aufnehmen?

Sie können weiterhin Pflegebedürftige für eine Versorgung durch Ihre Einrichtung aufneh-men. Zuvor sollten Sie jedoch (wenn möglich telefonisch) abklären, ob ein Ansteckungs-verdacht oder eine Erkrankung an SARS-Corona vorliegt. Wann ein Ansteckungsverdacht anzunehmen ist, ergibt sich aus dem Prüfschema des RKI.

Bei neu aufgenommenen Bewohnern/innen oder Kunden/innen sollte der Gesundheitsstatus erhoben werden, Personen mit Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sollten dem/r betreuenden Arzt/Ärztin zur Entscheidung des weiteren Vorgehens vor-gestellt werden. Erkrankte Bewohner/innen mit Atemwegserkrankungen oder fieberhaften Erkrankungen sollten im Zimmer versorgt werden.

Was kann unternommen werden, wenn Pflegebedürftige keinen Platz in einer Pflegeeinrichtung finden sollten?

Im Internet kann sich ein Überblick der Angebote an stationären Pflegeeinrichtungen im je-weiligen Umkreis über den Pflegenavigator der Pflegekassen verschafft werden. Beispiels-weise über den AOK Pflegenavigator  sind einzelne Pflegeeinrichtungen in einem Umkreis einschließlich Preisen abrufbar.

Pflegebedürftige und pflegende Angehörige (mit Zustimmung des/r Pflegebedürftigen) haben gegenüber der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen, welches die private Pflege-Pflichtversicherung durchführt, einen Anspruch auf individuelle Pflegeberatung.

In Sachsen-Anhalt gibt es darüber hinaus eine Kooperation der Pflegekassen mit den Land-kreisen und kreisfreien Städten im Sinne einer vernetzten Pflegeberatung, so dass auch die Kommunen zur Pflege beraten und auf kommunale Angebote und Besonderheiten eingehen können.

Da die Pflegekassen die pflegerische Versorgung sicher zu stellen haben, obliegt es letztlich der Pflegekasse (Überleitungsmanagement vom Krankenhaus in die Pflegeeinrichtung), ihrem/r Versicherten den Platz in einer Pflegeeinrichtung zu vermitteln, sofern er/sie selbst dabei nicht erfolgreich sein sollte.

Sind Einrichtungen der Tagespflege noch geöffnet?

Einrichtungen, in denen sich Personen mit Pflegebedarf teilstationär zur Pflege aufhalten (Tages- und Nachtpflege), dürfen grundsätzlich keine Leistungen mehr erbringen.

Davon sind solche pflegebedürftigen Personen ausgenommen, die von Angehörigen versorgt und betreut werden, die als in Bereichen der kritischen Infrastruktur Beschäftigte (beispiels-weise in der Medizin und Pflege) zur Aufrechterhaltung dieser Strukturen und Leistungen erforderlich sind. Weiterhin ausgenommen sind solche Personen, die einen täglichen Pflege- und Betreuungsaufwand benötigen, dem im häuslichen Rahmen nicht entsprochen werden kann.

Über die Gewährung einer Notbetreuung entscheidet die Leitung der bisher genutzten Einrichtung unter Abwägung der Gesamtumstände (insbesondere erhöhte Gefahren durch das Coronavirus einerseits sowie eine drohende unzureichende häusliche Versorgung und verbesserte Schutzvorkehrungen bei einer Reduzierung der Zahl der in der Einrichtung zu versorgenden Personen andererseits).

Mit dem COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz wurden Regelungen beschlossen, die in diesen Fällen eine Finanzierung der Einrichtungen sowie das Abstellen von Pflege- und Betreuungspersonal an anderen Einrichtungen ermöglichen (siehe auch Antwort zu Frage 16).

Wie sollte ich mit Schutzkleidung umgehen? Kann ich sie mehrfach verwenden?

Tragen von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die eine Freisetzung von Tröpfchen bzw. Aerosolen produzieren ist ein adäquater Atemschutz (FFP2) erforderlich.

Die Empfehlungen des RKI für Ambulante Versorgung / Arztpraxis besagen weiterhin, dass Einweghandschuhe bzw. -kittel vor Verlassen des Zimmers bzw. der Schleuse in einem geschlossenen Behältnis zu entsorgen sind.

Zur Aufbereitung wiederverwendbarer Schutzkleidung kann der jeweilige Hersteller Auskunft geben.

Sollten meine Pflegebedürftigen überhaupt noch Besucher/innen empfangen?

Sie sollten die Pflegebedürftigen und Angehörigen über mögliche Kontakteingrenzung beraten:

  • Soziale Kontakte sollten möglichst über Telekommunikation anstatt über persönliche Besuche erfolgen.
  • Besuche auf ein Minimum beschränken und zeitlich begrenzen.
  • Besucher sind zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen zu unterweisen.
    Diese beinhalten:
    - das Einhalten von mindestens 1,5 m Abstand zum Patienten
    - das Tragen von Schutzkittel und dicht anliegendem, mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz
    - die Händedesinfektion beim Verlassen des Zimmers / der Wohnung.

Grundsätzlich gelten die gleichen Empfehlungen wie für Besuche in stationären Einrichtungen – siehe Antwort zu Frage 25.

Woher erhalten pflegende Angehörige ausreichend Desinfektionsmittel bei Lie-ferengpässen?

Generell sollte vor der Desinfektion immer die Reinigung stehen. Im privaten Umfeld, ohne dass eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vorliegt, ist eine Händedesinfektion im All- gemeinen nicht erforderlich. Hier ist es wichtiger, sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen und darauf zu achten, dass Handtücher, Zahnbürsten, Besteck, u. ä. nicht mit anderen Familien- oder Wohnungsbewohnern geteilt werden.

Umwelbundesamt zu Hygiene im Privatbereich ...
BZgA zu Hygienetipps ...

Verbraucher/innen sollten auf ihre Apotheke zugehen. Bei Desinfektionsmitteln gab es auf Grund starker Nachfrage eine zeitweise Verknappung von kleinen Gebinden. Um einer Verknappung von Desinfektionsmitteln zu begegnen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) am 4. März 2020 und am 13./20. März 2020 befristete Allgemeinverfügungen nach Artikel 55 der Biozid-Verordnung bekannt gegeben. Danach wird die Herstellung und Abgabe bestimmter alkoholhaltiger Biozidprodukte zur hygienischen Händedesinfektion durch Apotheken und andere Adressaten in der pharmazeutischen und chemischen Industrie ermöglicht.