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Der Ausschuss für die Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung und des Maßregelvollzugs im Land startet personell verstärkt in seine neunte Amtsperiode.

Für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit psychischer Erkrankung: Ministerin beruft neue Psychiatrieausschuss-Mitglieder

Der Ausschuss für die Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung und des Maßregelvollzugs im Land startet personell verstärkt in seine neunte Amtsperiode. Das Beratungsgremium erweitert sein fachliches Spektrum um Vertretungen der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie. Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne hat heute 30 Mitgliedern und deren Stellvertreterinnen bzw. Stellvertretern ihre Berufungsurkunden überreicht. „Der Ausschuss leistet einen wichtigen Beitrag für Menschen mit einer psychischen Erkrankung in Sachsen-Anhalt. Er trägt durch die versammelte Erfahrung fachlich fundiert dazu bei, dass Betroffene genau die Hilfe erhalten, die sie benötigen. Ziel ist es, dass sie ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe führen können“, sagt Grimm-Benne. 

Der Psychiatrieausschuss ist ein vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung berufenes unabhängiges Gremium von Fachleuten und Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens, das ehrenamtlich für die Belange psychisch kranker und seelisch behinderter Menschen eintritt. Ärztinnen und Ärzte, Personen, die in der Arbeit mit Betroffenen Erfahrung haben, Juristinnen und Juristen und Personen des öffentlichen Lebens wirken mit. 

Ministerin Grimm-Benne würdigte mit Blick auf die vergangene Amtszeit die engagierte und fachlich versierte Arbeit der Ausschussmitglieder und der dazugehörigen Besuchskommissionen. Ihr Wirken spiegele sich vor allem in den jährlichen Tätigkeitsberichten wider, welche neben den Berichten zu den besuchten Einrichtungen zahlreiche wertvolle Fachbeiträge enthielten. Bei der Umsetzung der Neufassung des Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen für Personen mit einer psychischen Erkrankung des Landes Sachsen-Anhalt (PsychKG LSA) begleitete der Psychiatrieausschuss den Aufbau neuer kommunaler Hilfsstrukturen, wie Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher und die gemeindepsychiatrischen Verbünde. Zudem hat sich der Psychiatrieausschuss aktiv in die Neufassung des Gesetzes über den Vollzug von Maßregeln und anderen strafrechtlichen Unterbringungen in einem psychiatrischen Krankenhaus und einer Erziehungsanstalt in Sachsen-Anhalt (MVollzG LSA) eingebracht. Ziel dieser Novellierung sei es, die Balance zwischen Sicherheit, Therapie und Resozialisierung zu wahren, so Grimm-Benne. Im Bereich der Suchthilfe und Suchtprävention wurden die Fachstellen für Suchtprävention weiter ausgebaut und mit DigiSucht ein digitales Beratungsangebot geschaffen, das Menschen unabhängig von ihrem Wohnort einen einfachen Zugang zu professioneller Unterstützung ermöglicht. Digitale Angebote ergänzen die bestehenden Hilfsangebote sinnvoll und eröffnen insbesondere Menschen im ländlichen Raum neue Möglichkeiten, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Auch beim grundlegen Perspektivwechsel bei der Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe haben die Mitglieder des Psychiatrieausschusses wertvolle Impulse eingebracht. 

Hintergrund:

Als Mitglieder (Stellvertreterinnen und Stellvertreter) des Ausschusses für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung und des Maßregelvollzugs des Landes Sachsen-Anhalt (2026-2031) wurden berufen:

Univ.-Prof. em. Dr. med. Hans-Henning Flechtner (Dr. med. Mirko Döhnert), Prof. Dr. med. Florian Junne (Dr. med. Constantin Puy), Dr. med. Michael Brütting (Dr. med. Steffi Draba), Bernhard Maier (Heike Woost), Kerstin Schirbort, Ulrich Kästner (Birgit Tank), Gerald Jank (Lhamo Schuh), Susanne Storbeck (Jürgen Holtkamp), Dr. jur. Eike Papesch, Stefan Jambor (Michaela Lange), Simone Küchler (Mandy Ganske-Zapf), Dr. jur. Gabriele Theren (Thomas Rettig) sowie durch die Landtagsfraktionen Benannten Dr. Anja Schneider (Tobias Krull (CDU)), Monika Hohmann (Eva von Angern (Die Linke)), Katrin Gensecke (Dr. Katja Pähle (SPD)), Susan Sziborra-Seidlitz (Bündnis 90/ Die Grünen)).

(Die weiteren im Landtag vertretenen Fraktionen haben bisher keine Mitglieder bzw. Stellvertretungen benannt.) 

Der Psychiatrieausschuss nahm am 1. Mai 1993 seine ehrenamtliche Arbeit erstmalig auf. Der Psychiatrieausschuss begleitet somit seit über 30 Jahren die Versorgungslandschaft für Personen mit einer psychischen Erkrankung unabhängig und fachlich fundiert. Er greift Erfahrungen aus der Praxis auf, benennt Herausforderungen und gibt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Zudem sensibilisiert er die Öffentlichkeit für den Kampf gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung von Menschen mit seelischen Behinderungen. 

Weitere Informationen gibt es unter: https://psychiatrieausschuss.sachsen-anhalt.de

Gruppenbild der Psychiatrieausschuss-Mitglieder (Bildrechte: Antje Glaubitz)