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Etage für Etage verschwindet das alte Gebäude in der Richard-Paulick-Str. 13 in Halle (Saale).

Campushaus Neustadt in Halle Teilhabe von Jugendlichen von Anfang an

Etage für Etage verschwindet das alte Gebäude in der Richard-Paulick-Str. 13 in Halle (Saale). Noch in diesem Herbst soll der Neubau des Campushauses Neustadt beginnen. Bis 2028 entsteht auf rund 1.700 Quadratmetern ein neuer außerschulischer Lern- und Begegnungsort für 300 Kinder und Jugendliche. Dafür werden 16 Millionen Euro investiert. Das „Campushaus Neustadt“ soll jungen Menschen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien und Herkünften eine berufliche Orientierung mit Praxisbezug bieten und so den Übergang in das Ausbildungs- und Berufsleben erleichtern. Die Finanzierung stammt aus dem Just Transition Fund der EU (JTF) sowie aus städtischen Mitteln. Der JTF – der Fonds für einen gerechten Übergang – spielt eine zentrale Rolle im Strukturwandelprozess in Sachsen-Anhalt. Er ergänzt als europäisches Förderinstrument nationale und landesweite Programme und unterstützt gezielt die vom Strukturwandel betroffenen Regionen. Ein Förderschwerpunkt des JTF umfasst Maßnahmen zur Stärkung von Haltefaktoren für Fachkräfte und Familien, die in Halle (Saale) mit Wirkung auf das gesamte Mitteldeutsche Revier geschaffen werden. 

Am Freitag, 21. August, besuchten Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne und Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle (Saale), eine Werkstatt, in der Jugendliche an der konkreten Ausgestaltung der künftigen Angebote des Campushauses mitwirkten. An den drei Thementischen „Labor“, „Werkstatt“ und „Begegnung“ wurden unter anderem folgende Fragen diskutiert: Was ist den Jugendlichen wichtig? Was könnte sie abschrecken? Und was fehlt im Gesamtbild noch? 

„Wir setzen von Anfang an auf Teilhabe derjenigen, die das Campushaus in zwei Jahren mit Leben füllen werden. Junge Ideen sorgen für frischen Wind in einer Welt, die zu häufig von Erwachsenen geprägt ist. Durch die enge Verzahnung von Bildung, Beratung und beruflicher Orientierung wird das Campushaus ein innovativer Ort, der weit über Halle ausstrahlen wird. Wir stärken die Ausbildungsfähigkeit der jungen Menschen und sichern so die Fachkräfte von morgen“, sagte Ministerin Grimm-Benne. 

Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle (Saale), sagte: „Der Campus Neustadt ist mehr als ein Gebäude – der Campus lebt mit und von den Menschen und Jugendlichen im Quartier: Eure Stimme zählt. Heute hören wir nicht nur zu, wir lassen uns leiten. Denn nur wenn wir die Bedürfnisse der jungen Menschen ernst nehmen, entsteht ein Ort, der wirklich ihr Campus wird.“ 

Die Ergebnisse der Angebotswerkstatt fließen in die nächsten Gesprächsrunden mit den Akteuren im Herbst 2026 sowie in die Ausstattungskonzeption ein. Im Oktober 2026 erfolgt die Präsentation der Ergebnisse im Rahmen des Silbersalzfestivals in Halle (Saale). 

Hintergrund 

Das „Campushaus Neustadt“ soll jungen Menschen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien und Herkünften eine berufliche Orientierung mit Praxisbezug bieten und so den Übergang in das Ausbildungs- und Berufsleben erleichtern. Zugleich wird die lokale Wirtschaft durch Innovationen in den Bereichen Handwerk und Wissenschaft gestärkt. 

Mit der Unterstützung der Europäischen Union, des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Stadt Halle (Saale) sollen bis 2028 16 Millionen Euro investiert werden. Die Stadt Halle (Saale) stellt 10 Prozent der Summe zur Verfügung. Das neue außerschulische Zentrum für Kompetenzentwicklung wird in der Richard-Paulick-Straße in Halle (Saale) errichtet. Es umfasst unter anderem eine große Werkhalle, diverse Werkstätten für Holz, Metall, Töpferei, Nähen und Fahrradreparatur, einen Wintergarten sowie Räume für Gruppenarbeit und Beratung. 

Das Herzstück des „Campushaus Neustadt“ bildet die vielseitig nutzbare Werkhalle mit praxisbezogenen Angeboten in den Bereichen Handwerk, Naturwissenschaften und Technik. Diese wird als „Makerspace“ konzipiert, in dem Jugendliche und junge Erwachsene eigenverantwortlich an Projekten arbeiten können. Besonders junge Menschen mit Migrationshintergrund und junge Frauen sollen durch die Nutzung dieser Angebote in ihren Kompetenzen gestärkt werden. 

Geplant sind zahlreiche Kooperationen mit lokalen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Institutionen wie dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und dem Saline Technikum Halle. Gemeinsam wird an praxisorientierten Angeboten gearbeitet, die den Übergang von der Schule in den Beruf fördern. In der oberen Etage des Campushauses entstehen moderne Labore für naturwissenschaftlich-technisches Experimentieren. In diesen Laboren – darunter ein Großlabor für Biologie, Chemie und Physik – können Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Region an Forschungsprojekten arbeiten. Dabei werden insbesondere die Themen MINKT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Kunst/Kommunikation, Technik) gefördert. Ein weiteres zentrales Modul des Campushauses ist die berufsbezogene Beratung. Hier wird Unterstützung bei der beruflichen Orientierung, Weiterbildung und Karriereplanung angeboten – für alle Altersgruppen und insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund. Neben der Beratung für Kinder und Jugendliche sind auch Angebote für Eltern und Familien vorgesehen, um ihnen den Zugang zu beruflicher und sozialer Teilhabe zu erleichtern. Das Campushaus wird somit zu einem Ort der Begegnung im Quartier, an dem Beratung und Unterstützung niedrigschwellig, individuell und bedarfsgerecht angeboten werden.