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Landesregierung würdigt Engagement für Integration und Zusammenhalt

Magdeburg. Sechs Initiativen und Projekte erhalten einen der Integrationspreise 2019. Die Landesregierung würdigt damit zum zehnten Mal herausragendes Engagement für Integration.

Im Rahmen einer Festveranstaltung in der Leopoldina in Halle mit ca. 200 Gästen haben Sozialministerin Petra Grimm-Benne, Staatssekretärin Susi Möbbeck, Integrationsbeauftragte der Landesregierung, und Bundestagsabgeordneter Dr. Karamba Diaby heute die Preise übergeben. In diesem Jahr haben sich gut 70 Vereine, Unternehmen, Begegnungsorte und Einzelpersonen mit ihren Projekten und Aktionen um den Preis beworben. Eine elfköpfige Fachjury, die vom Landesintegrationsbeirat berufen wurde, hat die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt.
Mit der Verleihung soll das Engagement für Integration, Teilhabe und interkulturellen Austausch in Sachsen-Anhalt gewürdigt und die vielen positiven Beispiele für ein gelingendes Zusammenleben sichtbar gemacht werden.
In ihrer Begrüßungsrede lobte Staatssekretärin Möbbeck, die auch Integrationsbeauftragte des Landes ist, das vielfältige Engagement als Grundlage für den demokratischen Zusammenhalt und für eine menschenwürdige Gesellschaft: „Ihnen allen, die sich in der Flüchtlingshilfe, in der Integrationsarbeit und für das interkulturelle Zusammenleben engagieren, wollen wir heute ganz herzlich Danke sagen. Ihr Engagement ist umso bedeutsamer angesichts der Zunahme von Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit. Menschenhass und Ausgrenzung brauchen unseren entschiedenen Widerstand!“

Die Preisträger:

Kategorie „Miteinander statt gegeneinander: Interkulturelles Zusammenleben gemeinsam gestalten“
In der Kategorie „Miteinander statt gegeneinander: Interkulturelles Zusammenleben gemeinsam gestalten“ werden Projekte gewürdigt, die sich für die Stärkung von Weltoffenheit und Vielfalt einsetzen und dafür innovative Ansätze zur Gestaltung des interkulturellen Zusammenlebens entwickeln.
Den ersten Preis (1.000 Euro) erhält in dieser Kategorie das Projekt „One Community“, das in Dessau-Roßlau Seniorinnen und Senioren, Studierende, Theaterschaffende und Ehrenamtliche zusammenbringt. Ausländische Studierende der Hochschule Anhalt besuchen im Rahmen des Kooperationsprojektes regelmäßig Altenheime und musizieren gemeinsam mit den Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern. Bereits zweimal wurde das grenz- und generationenübergreifende Musizieren einem größeren Publikum in Dessau-Roßlau dargeboten.
Der zweite Preis (500 Euro) geht an den Kleingartenverein Angersdorfer Teiche e.V., der das Projekt „Weltoffenheit übern Gartenzaun“ umsetzt. Der Verein unterstützt das gelingende interkulturelle Zusammenleben in Kleingärtenanlagen. Sommerfeste der Vielfalt, gemeinschaftliche Nachbarschaftsaktionen und Informationsveranstaltungen sorgen dafür, dass sich Kleingärtnerinnen und Kleingärtner unterschiedlicher Herkunft kennenlernen und mit Neugier begegnen können.

Kategorie „Teilhabe stärken – Ankommen gestalten: Erstinformation, Bildung und Begleitung für Geflüchtete und Zugewanderte“
In der Kategorie „Teilhabe stärken – Ankommen gestalten: Erstinformation, Bildung und Begleitung für Geflüchtete und Zugewanderte“ werden Bildungsträger, Initiativen und Vereine gewürdigt werden, die innovative Ansätze der sprachlichen und damit gesellschaftlichen Teilhabe entwickeln und Zugewanderten Zugänge zu Integrationsangeboten eröffnen.
Den ersten Preis (1.000 Euro) erhält der Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Mansfeld- Südharz e.V. für das Projekt „Samariter für Geflüchtete“. Die Anlaufstelle in Hettstedt ist nicht nur Kleiderkammer und Möbelbörse, sondern unterstützt Zugewanderte auch mit Bildungs-, Sprachkurs- und Orientierungsangeboten. So hat sich eine Gruppe von Ehrenamtlichen herausgebildet, die wöchentliche Sprachkurse organisiert, Geflüchtete bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche unterstützt und Begegnungsfeste veranstaltet.
Der mit 500 Euro dotierte zweite Preis geht an den Malteser Hilfsdienst e.V. in Magdeburg, der  geflüchteten Frauen durch Fahrradtrainings gesellschaftliche Teilhabechancen eröffnet. Der Fahrradkurs unterstützt die Frauen in ihrer Mobilität und Eigenständigkeit und trägt ganz nebenbei zu größerem Selbstvertrauen und besseren Sprachkenntnissen bei.

Im Rahmen der diesjährigen Festveranstaltung wurde zudem die START-Stiftung mit einer Sonderwürdigung bedacht. Die START-Stiftung unterstützt Jugendliche mit Migrationserfahrung auf ihrem Bildungsweg und bei ihrem gesellschaftlichen Engagement. 70 Jugendliche aus Sachsen-Anhalt haben bislang von dem Programm profitiert.

Kategorie „Integration in Ausbildung und Arbeit - Vielfalt in der Unternehmenswelt“
In der Kategorie „Integration in Ausbildung und Arbeit - Vielfalt in der Unternehmenswelt“ werden Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Vereine gewürdigt, die sich für die berufliche Integration von Zugewanderten einsetzen und dabei Vielfalt als Teil ihrer Unternehmenskultur begreifen.
In dieser Kategorie wurde der 1. Preis (1.000 Euro) an die GfM Geschäftsführungs- und Verwaltungs GmbH aus der Lutherstadt Wittenberg verliehen, die das Projekt „Meine Chance – Berufsorientierung und Berufswegeplanung für neu zugewanderte junge Geflüchtete und Migrant*innen“ umsetzt. Gemeinsam mit Kooperationspartnern arbeitet das Projekt mit einer individuellen Beratung und Begleitung daran, dass der Übergang in das Berufsleben gelingt.
Den zweiten Preis (500 Euro) erhielt die Akademie Überlingen Verwaltungs-GmbH am Standort Aschersleben/Staßfurt für das überdurchschnittliche Engagement für gelingende Arbeitsmarktintegration. Ob bei einem Brunch oder einer Azubi-Bustour – der Bildungsträger unterstützt das Kennenlernen von Arbeitgebern und ausländischen Jugendlichen. Auch bei individuellen Problemen steht die Akademie Überlingen mit Rat und Tat zur Seite und trägt so dazu bei, dass die jungen Menschen sich auf ihre Ausbildung konzentrieren können.

Würdigung von individuellem Engagement:
Die Jury hat außerdem 21 Ehrenamtliche für ihren besonderen individuellen Einsatz in der Migrationsarbeit stellvertretend für die vielen Engagierten im Land gewürdigt und ihnen sehr herzlich gedankt:
Zain Edeen Akash (Magdeburg), Hiba Mahmood (Magdeburg), Nicole Gallinat (Wolmirsleben), Judit Minda (Staßfurt), Elena Orsini (Magdeburg), Svetlana Ozerskaia (Magdeburg), Gisela Werner (Oschersleben), Anett Ranwig (Hohe Börde), Margona Scholz (Lutherstadt Wittenberg), Petra Schäftner (Osterwieck), Birgit Engelhardt (Magdeburg), Soniya Frotan (Magdeburg), Karin Stöwesandt (Stendal), Abdullatif Dabbas (Halle), Rasha Diban (Halle), Astrid Sandström (Magdeburg), Marina Huth (Magdeburg), Sebastian Klapputh (Magdeburg), Ursula Müller (Magdeburg), Jutta Stegmann (Magdeburg) und Gabriele Wittstock (Magdeburg).

Anhang: Informationen zur Ehrung von individuell Engagierten

Zain Edeen Akash

Herr Zain Edeen Akash, Student an der Hochschule Magdeburg-Stendal, engagiert sich als Pate für internationale Studierende. Darüber hinaus ist er ehrenamtlich aktiv in der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung, der Flüchtlingsinitiative Biederitz und im Roncalli-Haus Magdeburg.

Hiba Mahmood

Frau Mahmood, Studentin an der Hochschule Magdeburg-Stendal, engagiert sich in der mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis prämierten Hochschulinitiative für politische Flüchtlinge und wird für ihre Begleitung migrantischer Studierender geehrt. Darüber hinaus unterstützt Frau Mahmood auch außerhalb der Hochschule syrische Familien bei den ersten Schritten in der deutschen Gesellschaft.

Nicole Gallinat

Frau Gallinat ist Koordinatorin des Netzwerkes „Stark für Ehrenamt und interkulturelles Miteinander" und begleitet dabei u.a. die Soziallotsen des Salzlandkreises. Darüber hinaus unterstützt sie Engagagierte auch weit nach Feierabend bei Begegnungsfesten oder individuellen Fragen.

Judit Minda

Frau Minda engagiert sich nicht nur einmal wöchentlich als Lern- und Lesepatin in einer KITA und einem Hort, sondern auch im Staßfurter Willkommensbündnis und beim „Runden Tisch Ehrenamt“. 

Elena Orsini

Elena Orsini ist seit 2017 Vorsitzende des Centro Italiano di Cultura Sachsen-Anhalt e.V.. Dank ihres Einsatzes finden regelmäßig Stammtische, Konzerte, Kinoabende, Ausstellungen und Vorträge sowie Italienische Kulturtage statt.

Svetlana Ozerskaia

Svetlana Ozerskaia engagiert sich als Leiterin des jüdischen Chores „Kol Jehudim“, der die jüdische Kultur in die Magdeburger Stadtgesellschaft hineinträgt. 

Gisela Werner

Frau Werner begleitet seit vielen Jahren Geflüchtete auf ihrem Weg durch das neue Umfeld. So hilft sie bei der Wohnungssuche, ebnet Wege in das Berufsleben bzw. durch das Schulleben, begleitet zu Arztterminen und vermittelt Deutschkenntnisse.

Anett Ranwig

Frau Ranwig ist das Herz, das das Café International in Haldensleben am Leben hält. Das Café, das Geflüchtete, Helfende, Organisatoren und Unterstützende zusammenbringt, gilt seit 2015 als wichtiger Begegnungsort in Haldensleben. Dort werden Deutschkurse gegeben, Beratung und Begleitung angeboten und Feste gefeiert.

Margona Scholz

Seit 2015 engagiert sich Frau Scholz als Patin ehrenamtlich im Bereich der Flüchtlingshilfe in der Lutherstadt Wittenberg. Frau Scholz organisiert gemeinsame Freizeitaktivitäten, unterstützt das Erlernen der deutschen Sprache und hilft bei Hausaufgaben, Behördengängen und Fragen der Arbeitsmarktintegration.

Petra Schäftner

Frau Schäftner engagiert sich für 12 junge Migrantinnen und Migranten. Sie hilft bei der Suche nach Ausbildung- und Arbeitsplätzen und steht den Jugendlichen stets mit Rat und Tat zur Seite.

Birgit Engelhardt

Frau Engelhardt engagiert sich im Sprach- und Begegnungscafé des Malteser Hilfsdienstes in Magdeburg. Sie vermittelt Deutschkenntnisse an Zugewanderte, unterstützt das Frauensprachcafé, organisiert monatliche Kochabende und führt selbst Fahrradsicherheitstrainings durch.

Soniya Frotan

Frau Frotan engagiert sich in Schönebeck für geflüchtete afghanische Frauen und deren Kinder. Sie organisiert Deutschkurse, Bildungsveranstaltungen, Fahrradtrainings, Computerkurse und Veranstaltungen zur Demokratiebildung. Gleichzeitig engagiert sie sich als Sprachmittlerin und als Gründungsmitglied des Interkulturellen Frauennetzwerks in Sachsen-Anhalt e.V..

Karin Stöwesandt

Seit 2015 engagiert sich Frau Stöwesandt als Integrationslotsin in Stendal und organisiert einmal pro Woche ein Erzählcafé, um die Sprachkenntnisse von Zugewanderten zu verbessern.

Abdullatif Dabbas

Herr Dabbas wird für sein Engagement als Bundesfreiwilligendienstler im Paten- und Lotsenprojekt der Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e.V. geehrt.

Rasha Diban

Frau Diban erhält eine Würdigung für ihre Begleitung von Geflüchteten in Halle (Saale) sowie für ihren Einsatz im Krokoseum, bei Radio Corax und im Tierschutzverein. 

Astrid Sandström

Frau Sandström unterstützt als ehrenamtliche Vormundin afghanische Geflüchtete. Auch nach deren Volljährigkeit kümmert sie sich darum, dass der Übergang von Schule in Beruf gelingt und die Sprachkenntnisse verbessert werden. Mittlerweile hat sich das Engagement auf eine Tätigkeit als Integrationslotsin der Landeshauptstadt Magdeburg ausgedehnt.

Marina Huth

Frau Huth engagiert sich seit März 2019 im Rahmen eines Müttercafés an einer Magdeburger Grundschule mit hohem Migrationsanteil. Sie vermittelt Deutschkenntnisse an Eltern, die z.T. unter Analphabetismus leiden.

Sebastian Klapputh

Der 17-jährige Schüler Sebastian Klapputh gibt seit einem Jahr zwei Stunden pro Woche Lern- und Leseförderung an einer Magdeburger Grundschule mit hohem Migrationsanteil. Mit großer Empathie geht er auf die Bedarfe der Schülerinnen und Schüler ein und hilft zudem bei der Erledigung von Hausaufgaben.

Ursula Müller

Frau Müller engagiert sich seit Februar 2019 in einer Magdeburger Grundschule und vermittelt Deutschkenntnisse an Eltern, die z.T. unter Analphabetismus leiden.

Jutta Stegmann

Die Magdeburgerin ist seit September 2008 als Ehrenamtliche in der Familienbetreuung für die Stiftung „Netzwerk leben“ tätig. Sie begleitet als Familienpatin zugewanderte Familien auf dem Weg in der Gesellschaft.

Gabriele Wittstock
Frau Wittstock, die selbst mehrere Mündel begleitet, engagiert sich gemeinsam mit Zugewanderten für den 1. Magdeburger Basketballclub, in dessen Strukturen eine Abteilung Cricket geschaffen wurde. Derzeit absolviert sie eine Übungsleiterausbildung, um eine eigene Frauensportgruppe aufbauen zu können.

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