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20 neue Landärztinnen und Landärzte beginnen ihr Studium

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hat heute 20 weitere Medizinstudierende der Landarztquote Sachsen-Anhalt zum erfolgreichen Abschluss des Auswahlverfahrens beglückwünscht.

Begrüßen die 20 neuen Studierenden der Landarztquote in Sachsen-Anhalt: Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (r.) und Dr. Jörg Böhme, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA, l.)

Magdeburg. "Ich bin sehr froh, dass Sie in Sachsen-Anhalt einmal dort praktizieren werden, wo in absehbarer Zeit Hausärztinnen und -ärzte fehlen werden", sagte Grimm-Benne im Rahmen einer Veranstaltung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA), die im Auftrag des Landes das Bewerbungsverfahren durchführt. Die angehenden Landärztinnen und Landärzte, darunter 14 "Landeskinder", werden ab dem kommenden Wintersemester ihr Studium der Humanmedizin in Magdeburg bzw. Halle aufnehmen. "Die Landarztquote ist ein erfolgreicher, aber nur einer von vielen Bausteinen zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Land", so Grimm-Benne.

Wie in den vorangegangenen Jahren war der Andrang auf die Studienplätze auch beim dritten Durchgang der Landarztquote Sachsen-Anhalt groß - 123 Bewerbungen gingen ein. "Ich freue mich sehr über das Interesse an den Studienplätzen und wünschte, wir hätten heute noch mehr Interessenten zum Studienplatz gratulieren können. Die Aufrechterhaltung der Versorgung der Menschen in den ländlichen Regionen des Landes wird zum Wettlauf gegen die Zeit, den wir nur gewinnen können, wenn wir insgesamt mehr Medizinstudienplätze in Deutschland bekommen - und zwar schnell", so Dr. Jörg Böhme, Vorstandsvorsitzender der KVSA.

Die Verlängerung des im Jahr 2017 begonnenen Projektes der Kompetenzzentren für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin wurde ebenfalls besiegelt: Ministerin Grimm-Benne unterzeichnete nun die Verlängerung des Kooperationsvertrages. Damit können Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sowie weiterbildende Ärzte weiterhin auf die Unterstützung bei der Organisation der Weiterbildung bauen. Dazu gehören ein umfangreiches Seminar- und Fortbildungsangebot sowie das Hilfsangebot der Kompetenzzentren zu allen Fragen rund um die Weiterbildung. Diese Anlaufstellen sind an den Medizinischen Fakultäten angesiedelt und werden durch die KVSA koordiniert. Während der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin durchlaufen die Ärzte verschiedene ambulante und stationäre Weiterbildungsabschnitte. Damit unterscheidet sich die Weiterbildung wesentlich von anderen Facharzt-Weiterbildungen, die an einer oder zwei Weiterbildungsstellen absolviert werden können. "Die Kompetenzzentren fördern die Qualität und Effizienz der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Hier kommen Berufsanfänger und Erfahrene zusammen, um den hausärztlichen Beruf erlern- und erlebbar zu machen", so Grimm-Benne.

"Die Kompetenzzentren leisten hervorragende Arbeit. In den letzten fünf Jahren ist es gelungen, den Ärzten zielgerichtete Angebote zu unterbreiten und die Unterstützung dort anzubieten, wo sie benötigt wird - in den Regionen - vor Ort. Die Regionalverbünde - bestehend aus Ärzten in Weiterbildung und erfahrenen Weiterbildern aus der jeweiligen Region - bieten den zukünftigen Hausärzten die Möglichkeit, sich bereits in der Weiterbildung zu vernetzen, die Region kennenzulernen und in der jeweiligen Region anzukommen", so Dr. Jörg Böhme. Die nunmehr für weitere vier Jahre geltende Kooperationsvereinbarung wurde zwischen der AOK Sachsen-Anhalt, der KVSA, den Universitätskliniken und den Medizinischen Fakultäten Magdeburg und Halle sowie der Ärztekammer und dem Land Sachsen-Anhalt geschlossen.

Hintergrund: Landarzt- und Amtsarztquote
Sachsen-Anhalt hatte als eines der ersten Bundesländer ein Landarztgesetz beschlossen und im Februar 2020 erstmals fünf Prozent der Studienplätze an den Universitäten Magdeburg und Halle im Rahmen der Landarztquote ausgeschrieben, um Menschen ein Studium zu ermöglichen, die fachlich und persönlich ihre Eignung zur Ausübung des ärztlichen Berufs durch eine Ausbildung in einem Beruf mit Patientenkontakt, wie z.B. Pflege, nachweisen konnten. Die angehenden Landärztinnen und Landärzte verpflichten sich nach erfolgreichem Studienabschluss und Facharztweiterbildung zu einer zehnjährigen hausärztlichen Tätigkeit in Sachsen-Anhalt. Die Feststellung, wann eine Region unterversorgt oder drohend unterversorgt ist bzw. lokaler Versorgungsbedarf besteht, trifft der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen Sachsen-Anhalts. Die erfolgreiche Umsetzung der Landarztquote ist auf den besonderen Bedarf im Öffentlichen Gesundheitsdienst übertragen worden. Deshalb wurde 2019 das Land- und Amtsarztgesetz Sachsen-Anhalt beschlossen und die Amtsarztquote erstmalig für das Wintersemester 2022/2023 angewendet.

Hintergrund: Kompetenzzentren für Weiterbildung in Allgemeinmedizin
Bereits 2007 etablierte die Ärztekammer Sachsen-Anhalt erstmalig ein Konzept für die Organisation der Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin. Ende 2016 wurde die "Kooperationsvereinbarung zur koordinierten Weiterbildung Allgemeinmedizin in Sachsen-Anhalt" vom Land, der AOK Sachsen-Anhalt, der KVSA, den Universitätskliniken und Medizinischen Fakultäten Magdeburg und Halle sowie der Ärztekammer Sachsen-Anhalt unterschrieben. Sie trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Die Kompetenzzentren für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin haben sich an den beiden Medizinischen Fakultäten im Land als anerkannte Ratgeber und Ansprechpartner für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung und Weiterbilder etabliert. Sie unterstützen u.a. bei der Suche nach geeigneten Weiterbildungsstellen, bieten ein umfangreiches Seminar- und Fortbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle an.

Weiterführende Infos im pdf-Format als Download unter: 

 

 

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